
Am gestrigen Freitag, 9. Oktober 2026, wurde unsere Freiwillige Feuerwehr Lutzhorn zu einem außergewöhnlichen und anspruchsvollen Einsatz gerufen. Unbekannte hatten in einem Waldstück zwischen Lutzhorn und Heidmoor zahlreiche Kanister mit teilweise unbekannten Stoffen entsorgt, nach Medienberichten mehr als 50 Behälter. Eine Spaziergängerin hatte die illegale Ablagerung entdeckt und gemeldet. Schnell wurde klar, dass hier keine gewöhnliche Müllablagerung vorlag. Nach Angaben des Kreisfeuerwehrverbands Pinneberg enthielten die Behälter unter anderem Salzsäure und Isopropanol. Einige Kanister waren beschädigt, sodass Stoffe austraten und miteinander reagierten. Da eine Gesundheitsgefahr nicht ausgeschlossen werden konnte, wurde der Bereich großräumig abgesperrt.
Ein Einsatz unter schwierigen Bedingungen
Unsere Kameradinnen und Kameraden sortierten gemeinsam mit dem Löschzug Gefahrgut des Kreises Pinneberg die Kanister in Schutzausrüstung nach Zustand und Inhalt. Gearbeitet wurde in Schutzanzügen und unter Atemschutz; zur Dekontamination wurde vor Ort eine mobile Dusche aufgebaut. Neben der Feuerwehr Lutzhorn waren mehrere weitere Wehren sowie die Polizei im Einsatz. Als besonders schwierig erwies sich der Abtransport des Giftmülls: Einige Behälter gasten aus, und nicht alle üblichen Anlaufstellen sind für die Zwischenlagerung solcher Stoffe geeignet. Am Ende wurden die teils beschädigten Behälter verladen und zur Vernichtung zu einem Fachunternehmen nach Hamburg gebracht. Mit Einbruch der Dunkelheit leuchtete das THW das Areal aus, sodass die Arbeiten sicher fortgesetzt werden konnten. Das DRK sorgte über die gesamte Einsatzdauer für die Verpflegung der Einsatzkräfte. Nach aktuellem Stand waren insgesamt rund 140 Einsatzkräfte beteiligt, und der Einsatz dauerte fast 12 Stunden. Konzentriert und mit großer Sorgfalt haben alle Beteiligten dafür gesorgt, dass von den gefährlichen Stoffen keine weitere Gefahr für Menschen, Tiere und unsere Natur ausgeht. Dass unsere Feuerwehrleute dafür ehrenamtlich ihren Tag und ihren Abend einsetzen, verdient unseren allergrößten Respekt.
Beteiligte Organisationen
Nachbereitung am Tag danach
Für die Lutzhorner Kameradinnen und Kameraden war der Einsatz mit dem Abrücken noch nicht vorbei: Heute trafen sie sich im Gerätehaus, um Material und Fahrzeuge gründlich zu reinigen und wieder einsatzbereit zu machen. Bei Pizza schilderte Wehrführer Christian Jessen anschließend den Einsatz aus seiner Sicht. Er lobte die Zusammenarbeit mit den anderen Organisationen ausdrücklich und fragte die Kameradinnen und Kameraden, was man beim nächsten Mal noch besser machen könnte. Diese offene Nachbesprechung gehört ebenso zu einer guten Feuerwehrarbeit wie der Einsatz selbst.
Danke!
Ein herzliches Dankeschön an alle Einsatzkräfte unserer Freiwilligen Feuerwehr Lutzhorn und an alle beteiligten Wehren, das THW, das DRK, die Polizei und die Behörden für die hervorragende Zusammenarbeit. Ein besonderer Dank gilt auch der aufmerksamen Spaziergängerin, die den Fund gemeldet hat. Ihr alle habt gezeigt, wie wichtig eine starke, gut ausgebildete Feuerwehr vor Ort ist, gerade auch für ein kleines Dorf wie unseres.
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Am 29. März 1934 fand in der Gaststätte von Rudolf Witt die Gründung der Freiwilligen Feuerwehr Lutzhorn statt. Vorausgegangen war eine Zwangsfeuerwehr wie in vielen anderen Gemeinden auch. Zwangsfeuerwehr heißt: Laut Gemeindesatzung sind alle Männer zwischen 16 und 60 verpflichtet, beim Blasen des Feuerhorns zum Spritzenhaus zu eilen und gemeinsam zu löschen.
Auf dieser Gründungsversammlung am 29. März wurde der bisherige Brandmeister Heinrich Harder der Pflichtwehr zum ersten Wehrführer gewählt. Die Feuerwehr bestand zum damaligen Zeitpunkt aus 16 Kameraden. In den Kriegsjahren wurde es dann schwierig, die regelmäßigen Dienste aufrecht zu erhalten, da immer mehr Kameraden eingezogen wurden.
Im November 1945 fand dann wieder der erste Dienstabend statt. Der alte Wehrführer Wilhelm Schlüter war zurückgetreten, und Johann Schlüter wurde zu seinem Nachfolger bestellt. Am 1.3.1947 wurden die ersten Beförderungen ausgesprochen. Feuerwehrmänner, die sechs Jahre und mehr in der Wehr waren, wurden zum Oberfeuerwehrmann befördert.
Als erster Schlauchtrockenturm diente ein ausgemustertes Transformatorenhaus, dass dafür umgebaut wurde. Im Januar 1951 wird Heinrich Pingel zum neuen Wehrleiter gewählt. Im Jahre 1961 fand die erste Hauptübung mit der Nachbarwehr Groß Offenseth-Aspern statt. Bei der großen Sturmflut am 17. 2. 1962 war auch die FF Lutzhorn in über 300 Stunden im Pumpeinsatz. 1965 wurde das jetzt alte Gerätehaus gebaut. Im Mai 1966 wurde Otto Mohr zum neuen Wehrführer gewählt, da Heinrich Pingel verstorben war. Im Jahr 1970 gibt es wieder einen Wechsel an der Spitze der Wehrführung, und Walter Schlüter wurde Wehrführer.
Zum 40-jährigen Jubiläum erhält die FF Lutzhorn ein LF8-Fahrzeug. Auf einer außerordentlichen Mitgliederversammlung im Jahre 1975 wurde Bruno Arps zum neuen Wehrführer gewählt, da Walter Schlüter verstorben war. Im Jahre 1976 waren die Kameraden der FF Lutzhorn bei der Flutkatastrophe in der Haseldorfer Marsch im Einsatz. Im April 1981 erhielt die Wehr ihr zweites Löschgruppenfahrzeug.
Zum 50-jährigen Jubiläum der FF Lutzhorn fand im August 1984 ein dreitägiges Dorffest mit Jubiläumsball statt. Der jährliche kreisübergreifende Feuerwehrmarsch wurde im Jahre 1989 in Lutzhorn ausgerichtet. Im Oktober 1993 wurde der FF Lutzhorn ein neues LF8/6-Löschfahrzeug übergeben.
Am 29. 1. 1994 wurde die Jugendfeuerwehr JuBaRa gemeinsam mit Barmstedt und dem Amt Rantzau gegründet. Auf der Jahreshauptversammlung im Jahre 1999 wurde Dirk Steckmeister zum neuen Wehrführer der FF Lutzhorn gewählt. Der scheidende Wehrführer Bruno Arps wurde zum Ehrenwehrführer der FF Lutzhorn, als Anerkennung für seine geleistete Arbeit in den vielen Jahren als Wehrführer, ernannt. Im Mai 2002 stand dann die Einweihung des neuen Gerätehauses an.
Im März 2004 wurde das 70-jährige Jubiläum im kleinen Kreis gefeiert, da in diesem Jahr das große Dorfjubiläum gefeiert wird. Im Laufe der vergangenen Jahre hat sich eine immer stärker werdende Zusammenarbeit mit den umliegenden Wehren ergeben. Hier sei die JuBaRa und der Funkkreis Nord erwähnt. Um den veränderten Einsatzbedingungen Rechnung zu tragen, ist eine intensive Ausbildung heute wichtiger denn je. Die FF Lutzhorn ist ein fester Bestandteil des Dorflebens und beteiligt sich in vielen Bereichen der Gemeinde Lutzhorn.